Hamburg (ots) –

Der Hamburger Betriebswirtschaftler Dr. Christian Pfeiffer erhält heute in der Handelskammer Hamburg den Werner-von-Melle-Preis 2023. Die Auszeichnung der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung und der Edmund Siemers-Stiftung für eine an der Universität Hamburg verfasste Dissertation von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung ist mit 10.000 Euro dotiert. Anlässlich der Ehrung sprechen der Präses der Handelskammer Prof. Norbert Aust, Universitätspräsident Prof. Dr. Hauke Heekeren sowie Dr. Ekkehard Nümann, Präsident der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung. Die Laudatio hält Prof. Dr. Malte Fliedner von der Universität Hamburg.

In seiner Dissertation ‚Selected topics in logistics an mobility‘ hat Pfeiffer konkrete Optimierungsvorschläge zur Mobilität als einer entscheidenden Herausforderung unserer Gesellschaft erarbeitet. Ob bei Ridepooling, Mobilitätssystemen oder bei der Umschlagslogistik in großen Rail-Road-Containerterminals – Pfeiffer gelingt es, nahezu optimale Lösungen zu finden. Beim Ridepooling muss der Dienstleister die Kunden mit unterschiedlichen Startorten und Zielwünschen einer gemeinsamen Tour zuordnen. Um dieses „Einsammeln“ der einzelnen Kunden und die gemeinsame Fahrt zu unterschiedlichen Zielorten effizient zu realisieren, berechnete der Preisträger in seiner Dissertation modellhaft, wie die Warte- und Umwegzeit der Fahrgäste minimiert werden kann.

Dr. Ekkehard Nümann, Präsident der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung: „Christian Pfeiffers Dissertation besticht durch ihre Problemanalysen und ihre Rechenstudien. Um die Personenbeförderung und den Gütertransport zu optimieren, hat er überzeugende Vorschläge erarbeitet, die den Werner von Melle-Preis für diesen jungen Hamburger Wissenschaftler in hohem Maße rechtfertigen.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Hauke Heekeren: „Das diesjährige Thema, ‚Twin-Transformation – Nachhaltigkeit und Digitalisierung‘, ist für die Universität Hamburg von zentraler Bedeutung. Die Arbeit von Herrn Pfeiffer beleuchtet auf faszinierende Weise die Verschmelzung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Logistik und zeigt auf, wie diese beiden Themenbereiche ineinandergreifen. Die Arbeit ist nicht nur wissenschaftlich wertvoll, sondern hat auch das Potenzial, die Art und Weise, wie wir mit diesen globalen Herausforderungen umgehen, zu transformieren.“

Prof. Dr. Malte Fliedner vom Institut für Operations Management und Doktorvater des Preisträgers: „Ein tragender Baustein der vielbeschworenen Mobilitätswende könnten sog. Ridesharing Angebote werden, bei denen die eingesetzten Fahrzeuge gleichzeitig von verschiedenen Passagieren mit unterschiedlichen Fahrtzielen genutzt werden. In seiner Dissertation behandelt Christian Pfeiffer das zentrale Steuerungsproblem solcher Mobilitätsdienstleistungen, welches die Fahrgäste nach wirtschaftlichen und ökologischen Zielen zu gemeinsamen Touren zuordnet. Unter Ausnutzung der besonderen formalen Struktur, entwickelt er leistungsfähige Optimierungsverfahren für diese Problemstellung und testet sie in sorgfältig aufgebauten Rechenstudien. Seine Arbeiten erhöhen das Verständnis der Planungsherausforderung erheblich und leisten damit einen wesentlichen Forschungsbeitrag zum Operations Management von Mobilitätsdienstleistungen.“

Preisträger Dr. Christian Pfeiffer: „Meine Arbeit zielt auf die Verbesserung unserer Mobilität. Im Vergleich zu Direkttransporten jedes Kunden vom Start zum Ziel kann bei Ridepooling Mobilitätssystemen die zurückgelegte Strecke reduziert werden. Dies hat vor dem Hintergrund der Mobilitätswende wünschenswerte Effekte (z.B. weniger Spritverbrauch, weniger Fahrzeuge auf den Straßen), kann jedoch auch zu längeren Fahrzeiten der Kunden führen. Für privatwirtschaftliche Mobilitätsdienste ist die Berücksichtigung der Kundenwünsche entscheidend für den Unternehmenserfolg. Deshalb habe ich eine Zielfunktion untersucht, die die relative Warte- und Umwegezeit minimiert und somit die Kundenerwartungen berücksichtigt.“

Zum Preisträger

Christian Pfeiffer wurde am 31. Dezember 1993 in Hamburg geboren. Er studierte von 2013 bis 2018 Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg, wo er derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Operations Management tätig ist. Mit seiner englischsprachigen Dissertation ‚Selected topics in logistics and mobility‘ wurde er im April 2023 an der Universität Hamburg promoviert. 2019 erhielt er den Young Professionals‘ Award Logistics.

Zum Namensgeber des Preises

Dr. Werner von Melle (1853-1937), Hamburger Senator der Oberschulbehörde und späterer Bürgermeister, war 1919 einer der Mitbegründer der Universität Hamburg. Auf den Juristen, Journalisten und Politiker geht die Idee zurück, eine Stiftung zur Förderung der Wissenschaften in Hamburg zu gründen.

Zur Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung

Seit 1907 engagiert sich die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung für die Wissenschaften in Hamburg. Als unabhängige gemeinnützige Stiftung fördert sie deren Pflege und Verbreitung in der Hansestadt. Sie vergibt seit 2011 jährlich den „Werner-von-Melle-Preis“ an Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftler, die an der Universität Hamburg eine hervorragende Dissertation zu einem gesellschaftlich bedeutsamen Thema verfasst haben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Werner-von-Melle-Preis ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung und der Edmund Siemers-Stiftung.

Weitere Informationen unter: www.h-w-s.org

Pressekontakt:
Dr. Johannes Gerhardt
Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg
040/42838-7638
[email protected]
Original-Content von: Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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