Stuttgart (ots) –

Die Menschen in Baden-Württemberg haben beim STADTRADELN erneut Geschichte geschrieben: Fast 33 Millionen Kilometer sammelten sie auf ihren Fahrrädern. Mehr als 148.000 Radelnde aus 546 Kommunen nahmen an dem Wettbewerb teil, der in Baden-Württemberg von der Initiative RadKULTUR des Verkehrsministeriums gefördert wird. Aber mindestens ebenso erfreulich wie die Rekordzahlen sind die vielen kleinen und großen Geschichten, die das STADTRADELN 2021 hervorgebracht hat. Sie handeln von (knapp verpassten) Erfolgen, begeistertem Fahrrad-Nachwuchs und spaßig-spannenden Kooperationen zwischen Kommunen.

Landkreis Heilbronn. Das Fahrrad ist einfach nur ein Verkehrsmittel? Von wegen! Im Landkreis Heilbronn wurden im Rahmen des STADTRADELN die Drahtesel zu Turngeräten, Requisiten und Fotomodels umfunktioniert. Anlass dafür war der Fotowettbewerb „STADTRADELN durch Stadt und Land“, den die Stadt Heilbronn gemeinsam mit dem Landkreis ausgelobt hatte. In Stadt- und Landkreis waren während der drei STADTRADELN-Wochen Banner platziert, vor denen sich die Teilnehmenden auf möglichst kreative Art ablichteten, um an dem Wettbewerb teilzunehmen. Auf den Gewinnerbildern wird geschwommen, geturnt und durch eine Glaskugel hinweg auf das Fahrrad geblickt.

Malsburg-Marzell im Landkreis Lörrach. Gerade einmal knapp 1.500 Menschen wohnen in der kleinen Gemeinde im Landkreis Lörrach. Trotzdem sind in Malsburg-Marzell beim STADTRADELN 2021 ganze 1.660 Kilometer zusammengekommen. Der Hauptverantwortliche für diese stolze Leistung ist im Rathaus zu finden: Bürgermeister Mario Thomas Singer pendelte während des STADTRADELN fast jeden Tag die Strecke vom etwa 50 Kilometer entfernten Freiburg nach Malsburg-Marzell mit dem Fahrrad. Was motiviert ihn, täglich derart begeistert in die Pedale zu treten? „Als kleiner Chef in einem kleinen Rathaus darf man nie radlos sein“, erklärt er sein Engagement. Singer war übrigens nicht der einzige Mandatsträger, der sich mächtig ins Zeug legte. So sind zum Beispiel mehr als 3.000 Parlamentarierinnen und Parlamentarier im ganzen Land beim STADTRADELN an den Start gegangen.

Stockach im Landkreis Konstanz. Was ist das Erfolgsgeheimnis hinter einer erfolgreichen STADTRADELN-Saison? Eine besonders wichtige Rolle hat im Landkreis Konstanz die Nachwuchsarbeit gespielt. Das wohl beste Beispiel dafür radelt in Stockach, wo sogar Kindergartenkinder beim STADTRADELN teilnahmen: Die 14 „Radelzwerge Stockach“ vom Kindergarten in der Franz-Schubert-Straße sind im Aktionszeitraum insgesamt 144 Kilometer auf dem Rad gefahren. Klasse Leistung vom wahrscheinlich jüngsten STADTRADELN-Team!

Esslingen am Neckar. Das Anfangsdatum für das STADTRADELN in Esslingen kann man sich leicht merken – es ist nämlich seit 10 Jahren das gleiche: Der 1. Mai. Schon im Jahr 2011, als die Stadt am Neckar zum ersten Mal beim STADTRADELN teilnahm, fiel an diesem Datum der Startschuss. Das damals eigens bedruckte Banner wird nun Jahr für Jahr wiederverwendet – aus Gründen der Nachhaltigkeit. Das passt ausgezeichnet zum STADTRADELN, bei dem Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Mittelpunkt stehen. Dann bis zum 1. Mai 2022 in Esslingen!

Öhringen im Hohenlohekreis. Manchmal braucht es nur den richtigen Anreiz, das zusätzliche Quäntchen Motivation, damit es beim STADTRADELN so richtig rund läuft. So auch bei Uli Reissig, der in Öhringen im Hohenlohekreis das beste Ergebnis der Stadt verzeichnen konnte: 2.500 Fahrradkilometer erfasste er im STADTRADELN-Zeitraum. Reissig ist auch sonst ein begeisterter Fahrrad-Vielfahrer. Doch um sich beim STADTRADELN anzumelden, brauchte er doch noch einen ganz speziellen Köder in Form einer Schwarzwälder Kirschtorte. Eine befreundete Stadtradlerin lockte ihn mit dem geschichteten Gebäck in ihr Team. Was für ein geschickter Schachzug!

Igersheim im Main-Tauber-Kreis. Für besonders motivierte Fahrrad-Fans hält das STADTRADELN eine eigene Kategorie bereit, die allen Teilnehmenden offensteht. Die STADTRADELN-Stars repräsentieren ihre Kommunen und Landkreise und stellen sich zusätzlich zum eigentlichen Wettbewerb einer ganz besonderen Herausforderung: Drei Wochen lang dürfen sie nicht mit dem Auto fahren. Gar nicht so einfach, wie auch Frank Menikheim, Bürgermeister und STADTRADELN-Star von Igersheim in Personalunion, feststellen musste. 20 Tage lang sah er kein Auto von innen und war stattdessen mit Fahrrad, Bus und Bahn unterwegs. Am 21. und letzten Tag musste er dann doch für einen wichtigen Termin in den Nordschwarzwald fahren. Manchmal geht es eben nicht anders. Aber die gesammelten 1.055 Kilometer von Frank Menikheim und die 20 Tage ohne Auto beeindrucken uneingeschränkt.

Freiburg im Breisgau. 6.594 aktive Radelnde, darunter 25 Parlamentarierinnen und Parlamentarier und mehr als 1,2 Millionen erfasste Kilometer: Diese Zahlen lesen sich wie das Ergebnis einer Kommune, die schon lange Jahre Erfahrung beim STADTRADELN gesammelt hat. Dabei nahm Freiburg im Breisgau als echter Newcomer 2021 zum ersten Mal am STADTRADELN teil und hat aus dem Stand diese starke Leistung hingelegt. Weit vorne landete das Team des Universitätsklinikums Freiburg mit fast 76.000 Kilometern. Das größte Team war „Fridays for Future Freiburg“ mit 1.035 aktiven Radelnden. Bei diesen Ergebnissen kann man nur gespannt sein, wie die Radelnden in Freiburg in der kommenden STADTRADELN-Saison an ihre starke Leistung aus 2021 anknüpfen werden.

Wiesloch im Rhein-Neckar-Kreis. Begeisterte Radfahrerinnen und Radfahrer brauchen außer ihrer Motivation auch gute Radwege und wissen in der Regel am besten, wo der Schuh drückt. Nach diesem Motto wurde zeitgleich zum STADTRADELN in Wiesloch die Bevölkerung zum Radverkehr in ihrer Heimat befragt. Die Fragen drehten sich um Themen wie die Häufigkeit, mit der sich die Wieslocherinnen und Wieslocher in den Sattel schwingen und darum, wie zufrieden sie mit der Fahrrad-Infrastruktur in ihrer Stadt sind. Die Befragung lief im Rahmen des Wieslocher Radverkehrskonzepts und soll dabei helfen, die Fahrrad- Infrastruktur in der Stadt zu verbessern.

Untergruppenbach im Landkreis Heilbronn. Es gibt viele Gründe, beim STADTRADELN mitzumachen: Radfahren macht Spaß, tut gut und schützt das Klima. In Untergruppenbach kann man zusätzlich eine sehr greifbare, positive Entwicklung durch das STADTRADELN sehen. Im dortigen Industriegebiet findet sich unter anderem ein Entwicklungszentrum von Bosch mit etwa 6.000 Mitarbeitenden. Der Standort geht Jahr für Jahr abwechselnd für Untergruppenbach und das benachbarte Abstatt an den Start. Die Radelnden nutzten das STADTRADELN, um auf eine Lücke im Radweg auf dem Weg von Untergruppenbach zu ihrer Arbeitsstelle hinzuweisen. Dieser Radweg soll nun ausgebaut werden – eine klassische Win-win-Situation für die Radelnden, das Unternehmen und die beiden Gemeinden.

Stadt Baden-Baden. Am 24. Juni startete das STADTRADELN in Baden-Baden mit einem ganz besonderen Event: einer Staffelübergabe. Oberbürgermeisterin Margret Mergen übernahm zum Beginn des Aktionszeitraums den „Staffelstab“ – eine Luftpumpe – von den Kommunen Bietigheim, Ötigheim, Kuppenheim, Malsch und Muggensturm. Diese hatten zuvor als Partnerkommunen im Verbund ÖkoREGIO gleichzeitig an dem Fahrrad-Wettbewerb teilgenommen und die Staffelfahrt dadurch eröffnet. Nach drei erfolgreichen STADTRADELN-Wochen in Baden-Baden – unter anderem mit fast 200.000 geradelten Kilometern – wanderte die Staffel-Pumpe weiter nach Rastatt.

Mehr zu den Ergebnissen des STADTRADELN 2021 in Baden-Würrtemberg unter www.radkultur-bw.de/presse/2021/BW-ist-RadLaend sowie unter www.stadtradeln.de/ergebnisse.

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Für eine fahrradfreundliche Mobilitätskultur in Baden-Württemberg

Das Land fördert mit der Initiative RadKULTUR eine moderne und nachhaltige Mobilität – und das bereits im zehnten Jahr. Das Ziel des Ministeriums für Verkehr: Den Anteil des Radverkehrs deutlich steigern. In enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Arbeitgebern und einem wachsenden Partnernetzwerk macht die Initiative das Fahrradfahren im Alltag zugänglich und erlebbar. Kommunikationsmaßnahmen, Veranstaltungen und weitere innovative Formate der RadKULTUR unterstreichen die Relevanz des Fahrradfahrens: Es ist gesund, zukunftsfähig – und somit eine zeitgemäße Form der Mobilität. Weitere Informationen: www.radkultur-bw.de.

Über das Klima-Bündnis und das STADTRADELN

Das Klima-Bündnis ist ein Netzwerk europäischer Kommunen in Partnerschaft mit indigenen Völkern, das lokale Antworten auf den globalen Klimawandel entwickelt. Seit 2008 dient das STADTRADELN dem Klimaschutz sowie der Radverkehrsförderung und kann weltweit von allen Kommunen an 21 zusammenhängenden Tagen vom 1. Mai bis 30. September durchgeführt werden. Mehr Informationen zum STADTRADELN finden Sie unter www.stadtradeln.de sowie www.radkultur-bw.de/stadtradeln.

Pressekontakt:
Verkehrsministerium Baden-Württemberg:
Edgar Neu­mann
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Pres­se­te­le­fon: 0711 231 5841Initiative RadKULTUR:
Linda Heggen
E-Mail: [email protected]
Telefon: 030 536077-9
Original-Content von: Initiative RadKULTUR, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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